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30.04.2021

Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben

Facharzt Johannes Heimann war Referent der Online-Abendvisite


Facharzt Johannes Heimann verschaffte seinem Online-Publikum einen Überblick über das weite Feld der Ursachen für Rückenschmerzen.

Die Wirbelsäule des menschlichen Körpers ist sowohl stabil als auch beweglich. Damit erlaubt sie den aufrechten Gang, ist aber ebenso flexibel, um sich in gewissen Grenzen der Motorik eines Jeden anzupassen. Dennoch kommt es zu Fehlbildungen, Verletzungen, Unfällen oder ganz einfach Verschleiß, die zu schmerzhaften Problemen führen können. Johannes Heimann, Facharzt für Neurochirurgie aus der Sektion Wirbelsäulenchirurgie des UKM Marienhospitals Steinfurt, befasste sich in einer neuen Folge der Online-Vortragsreihe „Abendvisite“ mit dieser Thematik.

Im Fokus standen die häufigsten Erkrankungen, der Experte sprach über Symptome, Therapie und moderne Diagnostik. Ein Exkurs in die Medizingeschichte rundete die Ausführungen ab. „Diagnosen können mittels klassischer Röntgenbilder gestellt werden, es stehen darüber hinaus Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung“, erläuterte der Arzt. Beim CT und MRT wird das Bild in einzelne Schichten unterteilt, was bei Bedarf eine detailliertere Beurteilung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts erlaubt.

Besonders häufig kommt es zu Bandscheibenvorfällen, die Rückenschmerzen unterschiedlicher Ausprägung zur Folge haben. Patienten klagen über oft einseitig ins Bein schießende Schmerzen, die als „Ischialgien“ bezeichnet werden. In manchen Fällen treten Taubheit und Kribbeln auf, auch Lähmungserscheinungen können zu den Symptomen zählen. Zurückzuführen sind die Beschwerden auf degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule. In den meisten Fällen wird ein Bandscheibenvorfall konservativ mit Schmerzmitteln oder Physiotherapie behandelt. Sind die Beschwerden zu stark, oder Lähmungen Teil des klinischen Erscheinungsbildes gibt es operative Behandlungsmethoden.

Facharzt Heimann ging des Weiteren auf Krankheitsbilder wie das durch Verschleiß bedingte Wirbelgelenksyndrom, Fachterminus „Spondylarthrose“, ein. Dabei bildet sich das Gelenk um, die funktionelle Gelenkfläche nimmt ab. Rückenschmerzen verschiedener Art sind die Folge, entzündungshemmende Medikamente werden ebenso verschrieben wie Rehasport und Injektionen an die betroffenen Wirbelgelenke. Operativ steht die Facettendenervierung zur Verfügung, bei der die das Gelenk umgebenden Nervenfasern entweder mit Hitze oder Kälte verödet werden.

Nicht selten anzutreffen ist auch die Spinalstenose, bei der die Verengung des Rückenmarkskanals und der Austrittslöcher der Nervenwurzeln zu Rückenbeschwerden, oft mit Ausstrahlung in die Beine, führt. Behandelt werden die Schmerzen konservativ mit entzündungshemmenden Medikamenten oder auch mit Krankengymnastik, Operationen kommen bei nicht beherrschbaren Schmerzen in Frage. Weitere Themen waren unter anderem das so genannte „Wirbelgleiten“ und die „osteoporotische Wirbelfraktur“. Der Arzt machte auf die Informationsflut zum Thema Rückenschmerzen aufmerksam. Hier sei auf seriöse Quellen zu achten.