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22.01.2021

Auf Knie- und Hüftgelenke achten

Ab 55 Jahren steigt die Anfälligkeit für Arthrose


Dr. Andrea Pokorná referierte online zum Thema Hüft- und Knieerkrankungen.

Ob durch Erbanlagen, Übergewicht, exzessive sportliche Betätigung oder außerordentliche berufliche Belastungen, der Verschleiß von Knie- und Hüftgelenken hat vielfältige Ursachen. Die leitende Oberärztin im Endoprothetikzentrum des UKM Marienhospitals Steinfurt, Dr. Andrea Pokorná und der leitende Oberarzt Hans-Ulrich Sembowski befassten sich in einer weiteren Folge der Online-Vortragsveranstaltung "Abendvisite" mit dem Thema "Arthrose". Diese Gelenkerkrankung an Hüfte und Knie verursacht zum Teil äußerst schmerzhafte Symptome bis hin zu ernsthaften Bewegungseinschränkungen.

Diagnostik und Therapie standen im Zentrum der Betrachtungen. "Bei Arthrose degeneriert der Gelenkknorpel, was sich in Form von Veränderungen der Knorpeloberfläche und Verlust von Knorpelsubstanz zeigt," erläuterte Pokorná. Typische Symptome sind Bewegungsschmerzen nach längerer Ruhephase ebenso wie starke, dauerhafte Gelenkschmerzen. Weitere Auswirkungen zeigen sich durch Hinken oder Einknicken beim Laufen sowie Knack- und Reibegeräusche. Der Verlauf von Arthrose ist medizinisch in verschiedene Stadien unterteilt, die mit fortschreitender Schädigung der Knorpelmasse bis hin zum direkten Reiben der Knochen aufeinander einhergehen. Das Risiko für die Erkrankung steigt ab 55 Jahren, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Übergewicht begünstigt den Verschleiß enorm, ebenso Leistungssport und Schwerarbeit.

Näheren Aufschluss über Details geben Röntgenaufnahmen, differenzierte Diagnosen erlauben Ultraschall, Computer-Tomografie oder Magnetresonanz-Bilder. Um den Schmerz zu lindern können entzündungshemmende Medikamente verordnet werden. Auch Gewichtsreduktion durch Anpassung der Ernährung, orthopädische Einlagen oder Krankengymnastik sind dazu geeignet, die Lebensqualität betroffener Patienten zu verbessern. Neben diesen konservativen Behandlungsmethoden sind operative Eingriffe ein Weg, der nach Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten beschritten werden kann. Knie- und Hüftprothesen gibt es je nach Gelenkzustand der Patienten in verschiedenen Varianten. "Die Entscheidung über eine Operation liegt letztlich bei den Betroffenen", betont Sembowski, "sie hängt davon ab, wie viel schmerzfreie Mobilität sich der Einzelne wünscht."

Insgesamt bewegt sich die Zahl der Knie- und Hüftoperationen in Deutschland bei mehreren Hundertausenden jährlich. Am UKM Marienhospital Steinfurt werden pro Jahr 150 bis 180 Knie-Prothesen implantiert und die gleiche Zahl an Hüftendoprothesen. Hinzu kommen ca. 70 Hüftenprothesen bei Oberschenkelhalsbruch. Gewichtsreduktion, Bewegung sowie gesunde Ernährung sind drei Grundpfeiler der Vorbeugung gegen Arthrose. Bei sportlichen Aktivitäten werden gelenkschonende Varianten empfohlen. "Jeden Tag 30 Minuten Bewegung ist ideal", rät Pokorná.