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01.03.2020

Füße auf Verletzungen untersuchen

Diabetes Mellitus geht oft mit Schädigung von Nerven und Blutgefäßen einher


Dr. Thomas Wentzler rät Diabetikern, ihre Füße zu pflegen und zu beobachten.

Fußentzündungen können vielfache Ursachen haben. Die weitaus häufigste liegt im „Diabetes Mellitus“, allgemein „Zuckerkrankheit“ genannt. Mediziner sprechen vom „Diabetischen Fußsyndrom“. Es kann verschiedene Stadien erreichen, von Deformierung und Schmerzen bis hin zu chronischen Wunden und Wundbrand.

In einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ informierte Dr. Thomas Wentzler, Chefarzt für den Klinik-Bereich Gefäßchirurgie im UKM Marienhospital, über entsprechende Krankheitsbilder, Vorbeugungsmaßnahmen und Behandlungskonzepte. Wer unter Diabetes leidet läuft Gefahr, im langfristigen Krankheitsverlauf an einer durch den diabetischen Fuß zum Ausdruck kommenden Mangeldurchblutung zu erkranken. Die Folge ist das Absterben von Gewebe, im schlimmsten Falle hilft nur noch die Amputation. Der „Gewebstod“ wird Gangrän genannt, er kommt in trockener und/oder feuchter Version vor.

Sieben Prozent der Diabetiker leiden an Fußgeschwüren. Zur Geschwürbildung können bereits Bagatellverletzungen führen, unangemessenes Schuhwerk ebenso wie Verbrennungen, falsche Fußpflege, Fußpilz oder Erfrierungen. „Jeder Diabetiker sollte daher viel Sorgfalt auf die Pflege und Beobachtung seiner Füße verwenden“, betont der Experte. Schon kleine Risse in der Haut sind „Einfallstore“ für Bakterien. Ob die Durchblutung der Extremitäten noch in Ordnung ist kann ärztlich überprüft werden. So zum Beispiel durch Fußpulsmessung oder neurologische Untersuchung, unter anderem mit einer Stimmgabel. Ultraschall- oder Röntgenbilder sowie Magnetresonanzangiographie sind weitere Möglichkeiten, Komplikationen auf die Spur zu kommen.

„Zur Vorbeugung sollte sich jeder Betroffene regelmäßig selbst untersuchen“, sagt Wentzler.
Die Zwischenzehenräume müssen dabei auf Fußpilz überprüft werden, die Fußsohlen möglicherweise mit Hilfe eines Spiegels auf Blasen und Entzündungen. Auch auf taube Stellen ist zu achten. Podologische Haut- und Nagelpflege werden empfohlen, die Füße entlastendes Spezialschuhwerk ist hilfreich.
Konservative Therapiemethoden sind unter anderem die lokale Wundbehandlung und die Verordnung von Antibiotika. Geht es in den chirurgischen Bereich, stehen Infektkontrolle, Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung und als letzte Möglichkeit die Amputation zur Verfügung.