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06.03.2019

Wenn das Bauch-Aorten-Aneurysma reißt

Abendvisite-Vortrag informierte über eine Erkrankung der Bauchschlagader


Dr. Thomas Wentzler brachte ein Aorten-Aneurysmen-Modell und eine Beamer-Präsentation mit in den Sitzungssaal. (Foto: Rainer Nix)

 

Bauch- oder Rückenschmerzen müssen nicht zwangsläufig dramatische Ursachen haben, doch sie können auch Symptom  für den Riss eines „Bauch-Aorten-Aneurysmas“ sein. „In einem solche Fall ist Eile geboten, denn es kommt zu einer lebensgefährlichen Blutung in den Bauchraum“, erläutert Dr. med. Thomas Wentzler, Chefarzt am UMK Marienhospital Steinfurt und Experte für Gefäßchirurgie.  Bei einem solchen Aneurysma handelt es sich grundsätzlich  um die Erweiterung oder Aussackung der Bauchschlagader-Gefäßwand. Häufig wird es nur zufällig entdeckt, weil es nicht zwangsläufig Beschwerden verursacht. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
 
Die weitere Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ im großen Sitzungssaal des UKM Marienhospitals Steinfurt war gut besucht. Der Arzt erläuterte Ursachen, Risikofaktoren sowie Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung eines Bauch-Aorten-Aneurysmas. „Die Duplexsonographie (Ultraschall)  ist eine besonders empfohlene Untersuchungsmethode, mit der Gefäßerweiterungen der Bauchschlagader erkannt werden“, betonte Wentzler. Diese ist nebenwirkungs- sowie schmerzfrei und kann bedenkenlos angewendet werden. „Dabei ist grundsätzlich die Mituntersuchung der Hals- und Beingefäße zu empfehlen“, hob der Arzt hervor. Auch zur Früherkennung ist Sonographie bestens geeignet. 
 
Um ein Aneurysma zu therapieren werden in einer offenen Operation oft so genannte „Rohrprothesen“ oder „Y-Prothesen“ eingesetzt. Die Implantation von Gefäßstützen, so genannte „Aortenstentgrafts“ bietet hingegen den Vorteil geringerer operativer Belastungen. Statistisch betrachtet treten jedoch häufiger Spätkomplikationen auf. Die Wahl der Behandlungsmethode ist von individuellen Voraussetzungen bei den Patienten abhängig, die im Vorfeld geklärt werden müssen.
 
Nach einer offenen Operation sollten die Gefäße jährlich mit einer Ultraschalluntersuchung überprüft werden. Nach dem Einsetzen eines Stentgrafts ist eine duplexsonographische Kontrolle nach sechs Wochen und nach drei Monaten plus eine Computertomographie angezeigt, anschließend wieder nach sechs Monaten. Danach sollten jährliche duplexsonograpische Kontrollen durchgeführt werden.
Eine Maßnahme der Bildung von Gefäßerweiterungen vorzubeugen ist der Verzicht auf das Rauchen. Darüber hinaus ist empfehlenswert, den Blutdruck bei Bluthochdruck immer exakt einzustellen.