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25.01.2019

Abendvisite - Vom Umgang mit Angststörungen

Chefarzt Dr. Matthias Heyng griff ein weit verbreitetes Problem auf


Dr. Heyng bei seinem Abendvisite-Vortrag. (Foto:privat)

 

Angst ist ein vielschichtiges Thema. Sie macht Sinn, wenn sie vor realen Gefahren warnt, wird sie jedoch zum ständigen Begleiter, kann eine behandlungswürdige Störung vorliegen. Es gibt jedoch Wege, Ängsten zu begegnen.

Dr. med. Matthias Heyng, Chefarzt der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie auf dem Gesundheitscampus in Emsdetten, befasste sich in einer weiteren Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“ mit diesem Thema. Die Veranstaltung im großen Sitzungssaal des UKM Marienhospitals in Steinfurt war gut gefüllt. Angststörungen sind offenbar einem breiten Publikum bekannt.

Der Experte klassifizierte das in verschiedenen Lebenssituationen auftretende Phänomen in Furcht, Phobien, Panikattacken und Angst. Eine erhöhte Angstbereitschaft kann durch Erbfaktoren beeinflusst werden. Neurochemische Prozesse nehmen möglicherweise Einfluss, ebenso traumatische Kindheitserfahrungen, bestimmte Erziehungsstile oder belastende Lebensereignisse. Bei einer Panikstörung tritt die Angst anfallartig auf, bei den phobischen Störungen kann sie beispielsweise mit bestimmten Plätzen, einer großen Ansammlung von Menschen oder etwa mit bestimmten Tierarten wie Spinnen gekoppelt sein. Generalisierte Angststörungen prägen das Leben der Betroffenen. So haben manche Menschen ständig Bedenken oder Sorgen, dass ihren Angehörigen etwas passieren könnte. Sie machen sich deshalb von Anrufen oder anderen Kontaktaufnahmen abhängig, durch die sie ihre Angst in Grenzen halten wollen.

Heyng berichtete darüber, dass Berühmtheit nicht vor Angst schützt. „Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe litt an extremer Höhenangst“, so der Arzt. Dieser Meister des Wortes therapierte sie selbst, indem er sich zwang, auf das Gerüst des Straßburger Münsters zu klettern. Solcherlei Maßnahmen sind allerdings ohne therapeutische Begleitung nicht zu empfehlen.

Angst geht in der Regel mit körperlichen Symptomen wie Engegefühl in der Brust, Herzrasen oder weichen Knien einher. Konfrontation mit angstauslösenden Situationen ist ein wichtiger Aspekt von Therapien. Psychotherapie, je nach Sachlage auch mit medikamentöser Unterstützung, ist bei Angststörungen eine bewährte Behandlungsmethode. „Eine Behandlung ausschließlich mit beruhigenden Medikamenten ist jedoch möglicherweise problematisch“, so der Arzt, „weil sie die Angst nur dämpft, aber nicht bearbeitet.